Olympische und Paralympische Spiele in Hamburg – das ist längst keine abstrakte Idee mehr, sondern eine reale Perspektive. Bei einer Veranstaltung in Schnelsen wurde deutlich, welche Chancen, aber auch welche offenen Fragen mit einer möglichen Bewerbung für die Jahre 2040 oder 2044 verbunden sind. Und vor allem: Welche Rolle unsere Stadtteile dabei spielen könnten. Die verbindende Kraft des Sports beginnt im Stadtteil. Sport verbindet Menschen – unabhängig von Herkunft, Alter oder sozialem Hintergrund. Diese Kraft entfaltet sich nicht nur in großen Arenen, sondern vor allem vor Ort – in den Sportvereinen, auf den Trainingsplätzen und in den Turnhallen unserer Stadtteile.
Genau hier liegt der Schlüssel.
Wenn Olympia nach Hamburg kommt, dann wird der eigentliche gesellschaftliche Mehrwert nicht allein in den Wettkämpfen liegen, sondern in dem, was sie auslösen können: mehr Engagement, mehr Bewegung, mehr Gemeinschaft.
Wir sind nicht mehr Papst.
WIR SIND HAMBURG.
WIR SIND OLYMPIA.
INVESTITIONEN DIE WEIT ÜBER DIE SPIELE HINAUSREICHEN
Ein zentrales Argument für die Bewerbung ist die langfristige Entwicklung der Stadt. Olympia wäre nicht nur ein Ereignis für wenige Wochen, sondern ein Motor für Infrastruktur, Mobilität und Wohnungsbau. Geplant ist unter anderem ein Olympisches Dorf mit mehreren tausend Wohnungen, von denen ein großer Anteil öffentlich gefördert sein soll und nach den Spielen dauerhaft zur Verfügung steht. Gleichzeitig würde der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs weiter beschleunigt – etwa durch Projekte wie die neue U5 und verbesserte Anbindungen in die Stadtteile. Gerade diese Investitionen wären ein Gewinn für alle Hamburgerinnen und Hamburger – unabhängig davon, ob sie jemals eine Wettkampfstätte betreten.
Auch Schnelsen könnte profitieren – aber nicht automatisch. Was konkret in Schnelsen entstehen würde, ist heute noch offen. Fest steht jedoch: Die Auswirkungen würden nicht an den Grenzen der Innenstadt enden. Neue Mobilitätsangebote, Fördermöglichkeiten für Sportvereine, öffentliche Veranstaltungen oder lokale Projekte könnten auch die äußeren Stadtteile erreichen. Doch diese Entwicklung kommt nicht von allein. Sie hängt auch davon ab, wie aktiv Stadtteile ihre Chancen nutzen – über Vereine, Initiativen und lokale Projekte. Olympia wäre also keine Garantie für Veränderung – aber eine Möglichkeit, sie aktiv zu gestalten.
CHANCEN NUTZEN ENTWICKLUNGEN VERANTWORTUNGSVOLL BEGLEITEN
Großveranstaltungen werfen immer auch Fragen auf. Eine davon betrifft die Entwicklung des Wohnungsmarktes.
Hamburg verfügt bereits über Instrumente wie soziale Erhaltungsverordnungen und das Wohnraumschutzgesetz, um Verdrängung und spekulativen Leerstand zu begrenzen.
Gleichzeitig bleibt es eine gemeinsame Aufgabe von Politik und Stadtgesellschaft, aufmerksam zu bleiben – etwa wenn Wohnraum gezielt leer gehalten wird, um ihn später gewinnbringender zu vermieten.
Olympia darf kein Anlass für kurzfristige Spekulation sein, sondern muss langfristig der Stadt und ihren Menschen dienen.
Die Entscheidung liegt bei Hamburg
Am Ende geht es um eine Grundsatzfrage:
Wollen wir diese Chance nutzen?
Olympia würde erhebliche Bundesmittel nach Hamburg bringen – Investitionen, die:
Infrastruktur verbessern
neuen Wohnraum schaffen
die Stadt langfristig weiterentwickeln könnten
Wenn Hamburg sich dagegen entscheidet, werden andere Städte von diesen Investitionen profitieren.
Die Entscheidung darüber treffen die Hamburgerinnen und Hamburger selbst – in einem Referendum am 31. Mai 2026.
Eine Chance für alle – wenn wir sie wollen
ODER WOLLEN WIR WIRKLICH WEISSWURST-OLYMPIA ODER HAUPTSTADT-DESASTER?
Hamburg ist das Tor zur Welt.
Nicht das Tor zur Weißwurst.
Nicht das Tor zum Flughafengate nach Tegel-Restbestand.
Sondern das echte Tor zur Welt – mit Hafen, Haltung und Fischbrötchen.
Olympia wäre für Hamburg mehr als nur ein Sportereignis.
Es wäre eine Investition in unsere Infrastruktur, unsere Stadtteile und unseren Alltag.
- Bundesmittel würden hier landen.
- Neue Mobilität würde hier gebaut.
- Wohnraum würde hier entstehen. Nicht an der Isar.
Nicht irgendwo zwischen Lederhose und Selbstzufriedenheit.
Sondern hier – bei uns.
Denn machen wir uns nichts vor:
Wenn wir Nein sagen, sagt jemand anders Ja.
München steht schon bereit.
Söder vermutlich auch, mit ausgestreckten Armen und einem Scheckbuch in der Hand.
Und Berlin? Nun ja.
Berlin ist Berlin und hat ne helle Kerze uff de Torte.
Die eigentliche Frage ist also nicht, ob Olympia nach Deutschland kommt.
Sondern ob wir wirklich zusehen wollen, wie andere Städte die Zukunft bauen –
während wir danebenstehen und diskutieren, ob es uns zu groß ist.
Hamburg hat den Hafen.
Hamburg hat die Haltung.
Hamburg hat das Millerntor,
den Volkspark, die Vereine,
die Menschen – und ja, auch das
Selbstbewusstsein, zu sagen:
Wir können das.
Und wir sollten das.