In Schnelsen leben viele Menschen, die unseren Stadtteil jeden Tag ein kleines Stück besser machen – oft leise, oft im Hintergrund und meist ohne große Aufmerksamkeit.
Zum Auftakt starten wir mit dem „Grünen Paten“ Frank Friedrich. Seit vielen Jahren setzt er sich mit großer Leidenschaft für unser Stadtbild ein: Er bepflanzt Grünflächen, kümmert sich um unscheinbare Ecken und verleiht Schnelsen an vielen Stellen ein neues Gesicht – ganz ohne finanzielle Entlohnung, dafür mit umso mehr Herzblut.
Wer ist Frank Friedrich und welche Visionen hat er für unseren Stadtteil?
Frank, du wirst oft als „der Grüne Pate“ bezeichnet – wegen deines Einsatzes für Bepflanzung, neue Wegeverbindungen und die Pflege öffentlicher Flächen. Wie fühlt sich dieser Titel für dich an? Trifft er das, was du tust?
„Angefangen hat alles damit, dass mich Herr Burmester vom Schnelsen-Archiv gefragt hat, ob ich die Pflege des Beets am Wappenstein übernehmen möchte. Ehrenamtlich. Da ich inzwischen im Ruhestand bin und mir zugetraut habe, diese Fläche regelmäßig zu pflegen, habe ich zugesagt. Das ist jetzt etwa drei Jahre her.
In dieser Zeit habe ich das Beet neu umgegraben und mit Bodendeckern neu bepflanzt. Der Begriff ‚Grüner Pate‘ stammt übrigens von einer Journalistin des Wochenblatts. Er beschreibt meine Arbeit in Teilen ganz gut.
Im Kern geht es mir darum, Verantwortung für unseren Stadtteil zu übernehmen und die öffentlichen Flächen ein Stück schöner zu machen.“
Was bedeutet Schnelsen für dich persönlich?
Und warum engagierst du dich gerade hier für die Grünflächen, die Natur und die Menschen?
„Schnelsen ist seit 53 Jahren meine Heimat. Hier habe ich einen großen Teil meines Lebens verbracht und auch Kinder großgezogen. Ich freue mich über die vielen gepflegten Gärten im Stadtteil – und habe mich gefragt: Warum nicht auch die öffentlichen Flächen? Orte, an denen wir täglich vorbeigehen und an denen sich alle erfreuen können. Das ist mein Antrieb.“
Welche Aufgabe oder welches Projekt liegt dir besonders am Herzen – und warum gerade dieses?
„Als langjähriger ehrenamtlicher Vertreter der Schiffszimmerer-Genossenschaft engagiere ich mich besonders bei Kinder- und Weihnachtsfeiern. Mir ist wichtig, dass wir uns in Schnelsen stärker für Kinder und auch für ältere Menschen einsetzen.
Besonders am Herzen liegt mir eine Idee, die ich seit 2022 verfolge: ein Ort der Begegnung am Piratenspielplatz. Ich habe dafür Skizzen angefertigt, ein Modell gebaut und das Konzept unserer Schnelsener Nachbarschaft vorgestellt.
Entstehen soll ein Haus für alle – ein zwangloser Treffpunkt für Jung und Alt, mit einem kleinen Café sowie Raum für Begegnung und Austausch. Das sogenannte Piratenhaus stößt auf große Unterstützung, auch seitens der Genossenschaft. Die Umsetzung braucht zwar Geduld, denn die Mühlen der Verwaltung mahlen langsam – aber die Rückendeckung für dieses Projekt ist da.“
Gibt es einen Ort in Schnelsen, bei dem du sagst: Hier sieht man, was Engagement bewirken kann?
„Das gepflegte Beet am Wappenstein, das Glissmann-Dreieck und die neue Wegquerung zwischen Frohmestraße und Sportplatz zeigen, was Engagement bewirken kann. Wenn alles gut läuft, soll der Weg künftig nach Wolfgang Burmester, dem verstorbenen Vorsitzenden des Schnelsen-Archivs, benannt werden.“
Wie reagieren die Menschen aus der Nachbarschaft auf dein Engagement – erlebst du eher Neugier, Unterstützung oder auch Skepsis?
„Die Neugier ist auf jeden Fall da. Viele Menschen aus der Nachbarschaft freuen sich über mein ehrenamtliches Engagement und sprechen mir dafür Anerkennung aus. Gleichzeitig höre ich auch öfter den Satz: ‚Hoffentlich bleibt es so‘ – was zeigt, wie wichtig Verlässlichkeit und langfristiger Einsatz für die Menschen hier sind.“
Gab es einen Moment, der dich besonders berührt oder motiviert hat weiterzumachen?
„Ja, solche Momente gibt es. Besonders berührt hat mich die große Wertschätzung aus der Nachbarschaft. Eine Dame brachte mir mittags eine Suppe vorbei, eine andere Bonbons, und ein älterer Herr schenkte mir zwei Flaschen Wein, weil er gesehen hatte, wie fleißig ich am Umgraben war.
Zu wissen, dass Menschen mein Engagement wahrnehmen – oft still, sogar vom Balkon aus – und sich darüber freuen, motiviert mich sehr, weiterzumachen.“
Was können auch andere Menschen tun, die wenig Zeit haben, aber trotzdem etwas für ihr Viertel beitragen möchten?
„Auch mit wenig Zeit kann man viel bewirken. Wichtig ist, sich zu vernetzen, zum Beispiel mit Vereinen in Schnelsen, und sich dort einzubringen, wo Unterstützung gebraucht wird – etwa bei Angeboten für Kinder oder Seniorinnen und Senioren.
Auch gemeinschaftliche Aktionen und Veranstaltungen zu entwickeln und mitzutragen, stärkt das Miteinander im Stadtteil.“