Wie der NDR berichtet, führt die Hamburger Polizei ein neues „Polizeiliches Präsenzlicht“ ein und ist damit die erste Polizeibehörde in Deutschland, die dieses in anderen europäischen Ländern bereits verbreitete Konzept übernimmt.
Was steckt dahinter?
Bei entsprechend umgerüsteten Streifenwagen leuchtet künftig dauerhaft ein blaues LED-Licht – allerdings mit lediglich rund 30 Prozent der normalen Leuchtstärke, ohne Blinkfunktion und ohne besondere Verkehrsrechte. Das Licht schaltet sich automatisch ein, sobald das Fahrzeug in Bewegung ist. Für andere Verkehrsteilnehmer ändert sich dadurch nichts: Niemand muss Platz machen oder anhalten. Erst wenn das bekannte blinkende Blaulicht zusammen mit dem Martinshorn aktiviert wird, handelt es sich um einen echten Einsatz mit Wegerechten.
Mehr Präsenz, mehr Sicherheitsgefühl
Ziel des neuen Systems ist mehr Sichtbarkeit im öffentlichen Raum und ein gestärktes Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung. Polizeivizepräsident Mirko Streiber betonte, es handle sich um eine „reine Zusatzbeleuchtung“ ohne Auswirkungen auf den Straßenverkehr. Die Idee stammt aus den eigenen Reihen – von jungen Polizistinnen und Polizisten aus dem Vollzugsdienst. Vorbilder für das sogenannte „Cruise Light“-Prinzip finden sich in Frankreich, Spanien, Schweden und den USA.
Schrittweiser Rollout stadtweit
Die Umrüstung beginnt bei der Landesreserve in Alsterdorf und soll anschließend auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet werden – von der Innenstadt bis nach Harburg und Bergedorf.
Gewerkschaften begrüßen das Projekt – mit einem Hinweis
Beide Polizeigewerkschaften, DPolG und GdP, stehen dem Vorhaben grundsätzlich positiv gegenüber. Die GdP betont jedoch, dass Beamtinnen und Beamte das Licht bei bestimmten Einsatzlagen manuell deaktivieren können müssen – etwa wenn unauffälliges Vorgehen gefragt ist. Diese Möglichkeit soll gewährleistet bleiben. Eine wissenschaftliche Evaluation ist bislang nicht geplant; die Behörde verweist auf positive Erfahrungen aus dem Ausland.
Beitragsbild: KI generiert